Kostenlos ist oft umsonst
Statistisch gesehen investiert der deutsche Bundesbürger mehr Geld in Klopapier als in eine Antivirensoftware. Verwunderlich ist das nicht, denn sehr viele PC-Anwender nutzen kostenfreie Sicherheitslösungen. Gespart wird aber nicht nur am Geld, sondern auch an der Sicherheit, warnt Thomas Uhlemann vom Antivirenhersteller ESET.
Es steht außer Zweifel, dass der Einsatz von kostenlosen Antimalwarelösungen besser ist, als auf Virenschutz gänzlich zu verzichten. Die Praxis zeigt aber, dass Gratis-Programme nicht ausreichend vor den aktuellen Gefahren schützen.
Kostenlose Antivirensoftware bietet nur einen Basisschutz.
Wichtige Sicherheitsfunktionen können fehlen! Die größten Gefahrenherde im Internet sind damit oftmals nicht abgedeckt. Ohne diese Schutzmechanismen sind Sie im Internet höchst gefährdet:
- E-Mail-Überprüfung
- Anti-Phishing
- Web Download-Scanning
- Web-Protection
- Verhaltenserkennung
- Überprüfung von Wechseldatenspeichern wie USB-Sticks, Speicherkarten etc.
- Erstellung von Rettungsmedien
Sie finden hier eine aktuelle Gegenüberstellung von kostenlosen Produkten und ESET NOD32 Antivirus. Wir haben die Informationen direkt von der Homepage der jeweiligen Hersteller bezogen.
Kostenlose Antivirensoftware erhält verzögerte Updates.
Regelmäßige und schnelle Updates (der Virensignaturen) sind das „A&O“ einer guten Antivirensoftware. Dies gilt erst recht, wenn Heuristiken oder eine proaktive Malware-Erkennung fehlen. Das IT-Magazin c´t bemängelt in einem Test kostenfreier Produkte (Heft 12, 2010), dass viele Hersteller den Updatezyklus auf 24 Stunden hochsetzen. Aus Sicherheitssicht ist das eine halbe Ewigkeit und für den Anwender ein wirkliches Problem: Denn er besitzt nicht den bestmöglichen Schutz vor aktuellen Schädlingen.
Kostenlose Antivirensoftware bietet keinen Support!
Haben Sie ein Problem im Umgang mit der Software oder sogar einen Virus eingefangen und wissen nicht mehr weiter, dann sind Sie auf sich allein gestellt. Oder müssen auf sehr teure, kostenpflichtige Dienste ausweichen.
Kostenlose Antivirensoftware müssen Sie per Hand aufrüsten.
Fehlende Security-Funktionen können Sie mit weiteren Sicherheitsprodukten nachrüsten. Diese sind teilweise sogar kostenlos. ABER: Dafür müssen Sie erst einmal wissen, welche Funktionen fehlen. Dann dürfen Sie passenden Ersatz suchen, diesen installieren und einrichten. Wenn Sie kein fortgeschrittener Anwender sind, sollten Sie davon die Finger lassen. Der angerichtete Schaden ist größer als der Nutzen.
Auf jeden Fall wird die Arbeitsgeschwindigkeit Ihres PCs abnehmen. Denn die unterschiedlichen Programme müssen gleichzeitig ablaufen und beanspruchen Speicherplatz sowie Prozessorleistung. Je mehr Tools Sie nutzen, desto wahrscheinlicher sind Probleme durch Wechselwirkungen. Diese können im schlimmsten Fall ihren gesamten Rechner lahm legen.
Kostenpflichtige Antivirenprodukte achten besonders darauf, dass die einzelnen Komponenten perfekt harmonieren, Ressourcen schonen und dem PC nahezu volle Performance bieten.
Kostenlose Antivirensoftware ist ein Marketing-Tool.
Niemand hat etwas zu verschenken – auch große Antivirenhersteller nicht. Sie nutzen kostenlose Antivirentools, um ihren Markennamen und die Bekanntheit zu stärken. Und um zum späteren Kauf der Bezahlsoftware zu animieren.
Gleichzeitig nutzen aber manche kostenfreien Sicherheitsprogramme Ihren Rechner als „Virenfänger“ (Honeypot). Sobald ein Virus oder nur eine verdächtige Datei auf Ihrem Rechner entdeckt wird, überträgt die Software diese Information sofort an zentrale Rechner. So erhalten Antivirenhersteller permanent und kostenfrei wertvolle Information, ob und wo neue Viren auftauchen.
Kostenlose Antivirensoftware nervt mit Werbung.
Wenn Sie aufpoppende Werbe-Fenster, Banner, E-Mails und permanente Kaufaufforderungen lieben, werden Sie an kostenfreier Antivirensoftware Ihre wahre Freude haben. Die Reklame-Strategen der Hersteller geben ihr Bestes, um Sie zum Kauf der Bezahlversion zu animieren.
Fazit:
Wer kostenfreie Antivirensoftware einsetzt, begibt sich auf sicherheitstechnisches Glatteis – und das ohne wirklichen Grund. Beispielsweise kostet eine ESET NOD32 Antivirus weniger als eine Mini-Pizza monatlich und schützt Sie zuverlässig beim Surfen, beim Online-Banking oder beim Kommunizieren mit Freunden. So bleibt Ihr PC sauber – mit einer kleinen Investition.


